Nachhaltige Integrationsarbeit
Der
gebogene Regen-
Frauen mit Behinderungen schreiben Lebensgeschichten
Mädchen sind anders - Jungen auch...
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Nachhaltige
Integrationsarbeit
Zum Weltgipfel
für Nachhaltige Entwicklung im September 2002 in Johannesburg hat
die Bundesregierung die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht.
Ein zentrales Kapitel ist die Lebensqualität. Zielsetzung
- "Nachhaltige Integrationsarbeit" In den letzten Jahren hat ein unumkehrbarer Zuwanderungsprozess aus den osteuropäischen Ländern stattgefunden; dies muss zwangsläufig zu einer deutlichen Verbesserung der bisherigen Integrationsarbeit führen. Eine wichtige Voraussetzung für diese verstärkte Integrationsarbeit ist ein Bekenntnis der Aus- und UmsiedlerInnen zu unserem demokratischen Gemeinwesen. Dieses Bekenntnis zu den gesellschaftlichen Grundwerten kann von dieser Bevölkerungsgruppe nur im ausreichenden Maß geleistet werden, wenn die Anschauungen und Vorstellungen in diesem für die meisten Aus- und UmsiedlerInnen fremden Land verstanden und gelebt werden können. Dazu muss die deutsche Sprache ausreichend beherrscht werden; für die Integration auf dem hiesigen Arbeitsmarkt sind weitere Schlüsselkompetenzen erforderlich. Des Weiteren müssen die Aus- und UmsiedlerInnen in Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung kommen, um deren Ängste und Nöte, gerade in Zusammenhang mit dem eigenen Arbeitsplatz, nachvollziehen zu können. In der beruflichen Qualifizierung kann es also nicht nur um die bloße Erlangung von praktischen und theoretischen Fertigkeiten gehen, sondern diese Fertigkeiten müssen gemeinsam mit den Menschen in diesem Land erlernt werden.
Es erscheint auf den ersten Blick schwierig, eine Partnerschaft zwischen einer Fortbildungsgruppe und einer sozialen Einrichtung aufzubauen; mit unserer fachlichen Ausrichtung im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus können wir diesen Ansprüchen ein gutes Stück näher kommen. Umsetzung Wir bilden
eine Gruppe aus 10 Männern und 10 Frauen, die allesamt eine allgemeine
Vorbildung im gärtnerischen Bereich haben. Dies kann bei diesem Personenkreis
(30 bis 55 Jahre) erwartet werden, da die meisten Familien in ihren Heimatgebieten
ein hohes Maß an Selbstversorgung durchgeführt haben. Diese
gärtnerischen und baulichen Grundkenntnisse werden sinnvoll gefördert
und durch Anleiter (Gartenbaulehrer, Gärtnermeister und Gartenbauingenieure)
auf ein solides theoretisches und praktisches Fundament gesetzt. Die Vertiefung
des Wissens im Garten- und Landschaftsbau geschieht in entsprechenden
Bau- oder Pflegeprojekten. Solche Projekte zeichnen sich durch ihren Baustellencharakter
aus, d. h. viele Teilgebiete (Pflanzenkenntnisse, Bodenbearbeitung, handwerkliche
Techniken usw.) werden ganzheitlich am Projektstandort "Baustelle"
vermittelt. Arbeitsgänge müssen beplant und abgesprochen werden,
wie es später im Betrieb gefordert wird. Da wir mit dem gewerblichen
Garten- und Landschaftsbau nicht in Konkurrenz treten, dürfen diese
Projekte ausschließlich im gemeinnützigen sozialen Bereich
angesiedelt sein. Solche Einrichtungen, wie z. B. ein Kindergarten in
freier Trägerschaft, haben aufgrund der stark verminderten Zuschüsse
aus den öffentlichen Haushalten nicht die Möglichkeit einen
Garten- und Landschaftsbaubetrieb mit der Neugestaltung und der Pflege
ihrer Außengelände zu beauftragen. Die Einrichtungen greifen
hierbei auf die ehrenamtliche Hilfe der Elternschaft zurück. Die
gemeinsamen Bauaktionen bringen Eltern, Mitarbeiter der Einrichtungen
und die Teilnehmer der Fortbildung zusammen. Im praktischen Tun und Kennen
lernen entstehen die Brücken von Verständnis durch Verstehen.
Gleichzeitig können die Teilnehmer/innen der Fortbildungsmaßnahme sinnvoll unter fachlicher Anleitung das Handwerk des Garten- und Landschaftsbaus erlernen. Integration entsteht auf zwischenmenschlicher Ebene und nicht dadurch, dass man eine Randgruppe für sich allein beschult. Diese Brücke ist ein neues Element in der nachhaltigen Integration. Die fachliche Ausbildung der Fortbildung deckt die gesamte Bandbreite des Garten- und Landschaftsbaus ab. Hier wären die Pflanzarbeiten, Pflegearbeiten, Steinarbeiten, Holzarbeiten und nicht zuletzt die Anlage von Teichen oder Wasserspielen zu nennen. Dies kann natürlich nicht ohne eine Vermittlung von theoretischen Grundlagen erfolgen, die dann an einem Schultag in der Woche vermittelt werden. Da diese
Fortbildungsgruppe i. d. R. nur über unzureichende Sprachfähigkeiten
verfügt, müssen Teilnehmerinnen in der deutschen Sprache unterrichtet
werden. Der Deutschunterricht wird durch Exkursionen und Besichtigungen
innerhalb des Stadtgebietes methodisch unterstützt. Die Lerneffizienz
bei Erwachsenen ist höher, wenn alle Sinne beteiligt sind. Das Vokabular
hat alltagssprachliche Relevanz für den Teilnehmer. Diese Fortbildung im Garten- und Landschaftsbau soll sowohl den kognitiven Bereich ansprechen, als auch die soziale Integration dieser Bevölkerungsgruppe fördern und damit eine Eingliederung in den hiesigen Arbeitsmarkt ermöglichen. Mit dem erlernten praktischen und theoretischen Fachwissen werden die Teilnehmerinnen drei betriebliche Praktika innerhalb der 12 - monatigen Fortbildung absolvieren. Dies führt zu einer Vertiefung der bislang erlernten Fertigkeiten, viel wichtiger ist aber die Kenntnis über die Betriebsabläufe in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb. Aus diesen betrieblichen Kontakten werden sich Arbeitsmöglichkeiten für die Teilnehmerinnen entwickeln, die dann vom Bildungsträger zumindest in der Anfangsphase begleitet und gefördert werden. Die Fortbildungsmaßnahme erlaubt zum ersten Male eine enge Kooperation zwischen einer sozialen Einrichtung im Stadtgebiet und einer Fortbildungsgruppe. Alle nachfolgenden Bildungsmaßnahmen bzw. deren Teilnehmer/innen werden wiederum in diese Projekte integriert, durch fortlaufende Pflegemaßnahmen des neu gestalteten Außengeländes. Gleichzeitig werden diese Gruppen auch ein "eigenes" Projekt bearbeiten. Berücksichtigung von Gender Mainstream Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird berücksichtigt. Beide Gruppen haben einen freien Zugang zur Fortbildung. Die Teilnehmerzahl von 20 wird paritätisch mit Frauen und Männern besetzt, wobei die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedingungen berücksichtigt werden. Am Beispiel: Die Unterrichtseinheit "Pflastern" ist mehr auf die Männer zugeschnitten. Parallel werden die Frauen in der Floristik ausgebildet. Hintergrund
und bisherige Erfahrungen
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Kontakt: Dipl. Ing.
agr. Andreas Dieke |
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Aus diesem Anlass haben wir im Frühjahr den Innovationspreis für neue Wege in der Erwachsenenbildung verliehen. Im Sommer gab uns ein Jubiläumsfest die Gelegenheit, auch in schwierigen Zeiten stolz auf 50 Jahre niedersächsischen Zusammenhalt zurück zu blicken. Für den Herbst steht nun "Erwachsenenbildung im Kino" auf dem Programm. Unter dem Motto "Film macht schlau" zeigten wir am 15. November 2004 im Graffiti am Raschplatz in Hannover die Filmdokumentation
Im Mittelpunkt stehen acht Frauen, die an der Frauen-Schreiben-Werkstatt der Volkshochschule Ganderkesee teilgenommen haben. Dieses Projekt wurde mit dem Innovationspreis des Niedersächsischen Bundes ausgezeichnet. In dieser
autobiographischen Schreibwerkstatt machen sich acht Frauen mit Behinderungen
auf die Reise. Sie erforschen ihre Geschichte, ihre Wurzeln und werden
von der Projektleiterin Renate Kablitz |
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(23.11.2004)
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Mädchen
sind anders - Jungen auch...![]() Die Bedeutung von Geschlechterrollen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen |
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Wie kann man Kinder und Jugendliche am besten auf das Leben vorbereiten? Mit welchen Themen und Bedürfnissen beschäftigen sie sich in den unterschiedlichen Altersstufen und welche Rolle spielt dabei eine geschlechterbewusste Pädagogik? Die gängige koedukative Pädagogik in Schule und Jugendarbeit kommt hier an ihre Grenzen, weil die Bedürfnisse von Jungen und Mädchen unterschiedlich sind. Um gesellschaftlichen Problemen frühzeitig zu begegnen wird es immer wichtiger, bedürfnisorientierte pädagogische Konzepte zu entwickeln, um die Kinder und Jugendlichen wirklich zu erreichen. Um "Let's talk about gender! Mädchen und Jungen im Blick geschlechterbewusster Pädagogik". Genderkompetenz heißt hier das Zauberwort! Dahinter verbirgt sich das Hinterfragen gesellschaftlich bedingter Geschlechterrollen und ihrer Auswirkungen, eine konkrete Handlungskompetenz, die Pädagogen und Erziehungsberechtigte befähigt, geschlechterbewusste pädagogische Konzepte in die Praxis umzusetzen und eine Reflexion der eigenen Rolle als Mann bzw. Frau im Erziehungsprozess. Die Veranstaltungsreihe "Let's talk about gender!" richtet sich auf der einen Seite an pädagogische Fachkräfte aus Kindergärten, Schulen und Berufsschulen und Institutionen der Jugend- und Sozialarbeit und auf der anderen Seite an Eltern und ehrenamtlich pädagogisch Arbeitende. Geschlechtsbezogene Pädagogik wird in der Regel mit gleichgeschlechtlicher Arbeit gleichgesetzt, d.h. Pädagoginnen arbeiten mit Mädchen und Pädagogen mit Jungen. Der Blick auf das jeweilig andere Geschlecht kann aber in mehrfacher Hinsicht Sinn machen. Zum einen ist eine geschlechtshomogene Arbeit strukturell nicht immer umzusetzen, z.B. in gemischten Jugendgruppen, Schulklassen etc. Zum anderen gibt es häufig auch nicht sowohl eine Pädagogin als auch einen Pädagogen, um getrennt zu arbeiten. Dass es nicht nur sehr spannend, sondern auch notwendig ist, einmal anders zu denken und neue Erfahrungen in der gegengeschlechtlichen Arbeit zu sammeln- sozusagen quer zu arbeiten-, das soll in den Seminaren deutlich werden. Innovativ an der Veranstaltungsreihe ist, dass systematisch geschlechterbewusste Ansätze und Methoden der Mädchen- und Jungenarbeit unter dem Fokus der Koedukation produktiv gemacht werden. Methodisch wird das konsequent umgesetzt, indem zum Beispiel jedes Seminar von einer Referentin und einem Referenten geleitet wird. Darüber hinaus finden Diskussionen und die Arbeit in Kleingruppen sowohl in geschlechtshomogenen als auch in gemischtgeschlechtlichen Gruppen statt. Die ein-
oder zweitägigen Fortbildungen sind entweder themenbezogen (Sexualpädagogik,
Berufsorientierung und Lebensplanung, Selbstbehauptung und Gewaltprävention)
oder sie beziehen sich auf besondere Arbeitsfelder, wie zum Beispiel Kindergärten,
Grundschulen, Horte und Jugendverbände. Neben den theoretischen Hintergründen geht es aber vor allem darum, den unterschiedlichen Bedürfnissen und Fragen der Jungen und Mädchen in allen Altersstufen gerecht zu werden. "Während die Jungs in Kindergärten die ganze Zeit toben, kämmen die Mädchen ihren Puppen die Haare...." Stimmen solche Klischees immer noch und wie können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindergärten und Horten ihre Arbeit durch den geschlechtsbewussten Blick verändern? Gerade in diesem Lebensalter, wo frühkindliche Erfahrungen mit dem eigenen Körper und der eigenen Geschlechtlichkeit ihren Raum brauchen und die Kinder Beziehungen aufnehmen und gestalten, werden wichtige Meilensteine für die Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation des Kindes gelegt. Deshalb sind auch die Prinzipien einer geschlechtsbewussten (Sexual)Pädagogik und die Reflexion persönlicher Geschlechterbilder Themen der Fortbildung. In den Workshops für Lehrer und Lehrerinnen an Grundschulen geht es darum die persönliche und berufliche Sichtweise und Haltung im Umgang mit Jungen und Mädchen zu reflektieren, theoretische Ansätze und praktische Methoden einer geschlechterbewussten Pädagogik kennen zu lernen und schließlich der Frage nachzugehen, wie diese konkret im schulischen Alltag umgesetzt werden können. Wie bewältigen
Mädchen und Jungen die anstehenden Entwicklungsaufgaben? Lehrerinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen und Berufsschulen haben neben der Vermittlung von Inhalten die komplexe Aufgabe, die Jugendlichen im Prozess der Berufsorientierung und Lebensplanung zu unterstützen. "Jungen sind die Verlierer in der Schule", "Mädchen sind nach wie vor bei der Berufswahl benachteiligt", "Mit Mädchen zu arbeiten ist viel einfacher", "Gewalt ist ein Jungenproblem" ... Diese und andere Aussagen über Mädchen und Jungen sind weit verbreitet. Und tatsächlich gestalten sich die Lebensrealitäten und das Erleben des Alltags vielfach unterschiedlich für Mädchen und Jungen. Auch hier spielt die geschlechtsbezogene Pädagogik eine wichtige Rolle. Pädagogen und Pädagoginnen sollen Unterstützung erhalten, wenn es darum geht, die Jungen und Mädchen durch die schwierigen Jahre der Pubertät zu begleiten. Eine geschlechterbewusste Haltung ist wichtig, um nicht nur reines Faktenwissen zu vermitteln, sondern auch die jugendliche Identitätsfindung als Frau bzw. Mann zu unterstützen. Dazu müssen sich die Pädagoginnen und Pädagogen immer auch klar machen, welche Rolle das eigene Frausein bzw. Mannsein in der pädagogischen Arbeit spielt. Berufsorientierung - Berufswahl - Lebensplanung - Identitätsentwicklung: für die Jugendlichen ist es nicht leicht, den passenden Beruf zu finden. Gerade in Zeiten wachsender Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit müssen sie sich auf ihre Fähigkeiten und Stärken besinnen. Die Berufswahl ist eng mit der Lebensplanung und der Suche nach Selbstverwirklichung verknüpft. Der Prozess der beruflichen Orientierung stellt sich für Jungen und Mädchen differenziert dar, da sie nach unterschiedlichen Kriterien auswählen. Für Mädchen stellt sich häufig die Frage, ob der Beruf mit der Familienplanung zu vereinbaren ist. Diese Frage haben Jungen kaum im Bewusstsein. Sie befinden sich zwischen lebensplanerischer Perspektivlosigkeit und der Vorstellung eines gradlinigen beruflichen Werdegangs mit nachrangigem familiären Engagement. Im außerschulischen
Bereich bekommen Jungen und Mädchen besonders in der Jugendverbandsarbeit
die Möglichkeit, unterschiedliche Geschlechterrollen kennen zu lernen,
auszuprobieren und sie in ihren Alltag zu integrieren. Sie haben Freiräume
und erfahren Unterstützung für die selbstbestimmte Gestaltung
ihres Lebensumfeldes. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe findet am 2. Dezember 2004 im Ratssaal des Neuen Rathauses in Göttingen der Fachtag "Genderperspektiven in der pädagogischen Arbeit" statt. Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, Universität Hamburg, und Christine Biermann, Universität Bielefeld werden mit Olaf Jantz, Universität Hannover, Medium e.V. Göttingen und Tim Rohrmann, Dipl. Psychologe & Autor, Wechselspiel - Institut für Pädagogik und Psychologie Denkte/Braunschweig ihre' Genderperspektive vorstellen. Sie diskutieren, welche Formen geschlechterbewusster Pädagogik es gibt und welchen Stellenwert diese in Wissenschaft und pädagogischer Ausbildung einnehmen. Außerdem wird es darum gehen zu klären, wann geschlechtshomogene Arbeit sinnvoll ist und ob Mädchen- und Jungenarbeit zur Auflösung tradierter Geschlechterrollen beitragen oder sie durch die geschlechtshomogene Arbeit eher noch bestärken. Der Fachtag soll Raum geben für kritische Selbstreflexionen zum Thema geschlechtsbewusste Pädagogik.
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(18.08.2004) |
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KEB
zum Thema![]() Ein Projekt der Katholischen Erwachsenenbildung in der Diözese Hildesheim |
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Unter diesem einheitlichen Design versucht die Katholische Erwachsenenbildung an zentralen oder interessanten Orten des Bistums und mit besonderen methodischen Elementen, Themen und Tendenzen aus den Bereichen Religion, Ethik, Kultur, Gesellschaft "unter die Lupe" zu nehmen und in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Inzwischen haben neun Veranstaltungen bzw. Veranstaltungsreihen stattgefunden:
1.
Tagung:
Im Mittelpunkt dieser Tagung im Römer- und Pelzäus-Museum in Hildesheim stand die Frage nach dem Stellenwert von Religion und der Gebrauch säkularisierter religiöser Riten und Symbole im Alltag etwa im Sport ("Schalke unser"), der Werbung (als "Raubritter des Religiösen") oder der (Auto)Industrie. Diese Veranstaltung stieß innerhalb und außerhalb unserer Diözese auf ein breites Interesse. Die Tagungsdokumentation, erschienen als Heft 1 der Schriften der Katholischen Erwachsenenbildung in der Diözese Hildesheim, wurde auch aus anderen Diözesen und Landeskirchen angefordert, so dass inzwischen diese Auflage vergriffen ist. Darüber hinaus wurden Einzelthemen der Tagung vor Ort vertieft. So fand z. B. in Hannover - organisiert und moderiert von der KEB - eine Talkrunde mit einem der Referenten der Tagung, Prof. von Soosten und Verantwortlichen des Fußballvereins Hannover 96 zum Verhältnis von Religion und Sport statt und das Bildungswerk Celle griff den Impuls auf, sich mit religiösen Elementen in der Werbung zu beschäftigen.
Die Fachtagung verfolgte das Ziel, Führungskräfte aus dem Bereich der Kirche(n) mit dem Konzept der "lernenden Organisation" vertraut zu machen. Dieses Prinzip zur Verbesserung von Lern- und Arbeitsbedingungen wird inzwischen weltweit in Wirtschaft, Industrie und Handel angewandt und ist sicherlich auch für den Bereich der Kirche von Interesse. Ein interessantes methodisches Element dieser Veranstaltung war die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Hertha Ahnefeld, bekannt unter ihrem Künstlernamen "die Clown Pellegrini". Mit den - für diese Zielgruppe eher ungewohnten - Mitteln des Humors, der Satire und der Groteske wurde erfolgreich versucht, die Inhalte der Tagung zu reflektieren und zu vertiefen. 3. Podiumsgespräch:
Aus aktuellem Anlass wurde dieses Thema in einem Podiumsgespräch diskutiert. Der Leiter des Instituts für Theologie und Frieden aus Barsbüttel bei Hamburg, Dr. Heinz Gerhard Justenhoven und Prof. Dr. Gerhard Kruip vom Forschungsinstitut für Philosophie, Hannover stellten die kriegskritischen Stellungnahmen der Katholischen Kirche, die Positionen der Kriegsbefürworter dar und informierten über aktuelle Entwicklungen. Mit dieser Veranstaltung, in der sehr ausführlich die friedensethische Position der Katholischen Kirche thematisiert wurde, war die KEB "Trendsetter" in Hannover. Der NDR Hörfunk berichtete ausführlich in der Sendung "Treffpunkt Diesseits" darüber, andere Bildungseinrichtungen boten in der Folge thematisch ähnlich gelagerte Veranstaltungen an.
Die neuesten Entwicklungen in der niedersächsischen Schulpolitik nach dem Regierungswechsel wie die Stärkung des Bildungsauftrages des Kindergartens, die Abschaffung der Orientierungsstufe, die Stärkung der Hauptschule und die Verkürzung der Gymnasialzeit standen im Mittelpunkt einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Leiter des Referats schulische Innovation im Niedersächsischen Kultusministerium, Heinz Wilhelm Brockmann. Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion wurde u. a. gefragt, inwieweit die ambitionierten Reformen im Spagat von Finanzsituation des Landes und politischem Selbstanspruch durchzuhalten sind und welche konkreten Veränderungen zum neuen Schuljahr auf Eltern, Lehrer und Schüler zukommen. Umrahmt wurde diese Veranstaltung durch Musikbeiträge von Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Windthorst-Schule in Hannover, um zu verdeutlichen, dass Bildung und Schule nicht nur eindimensional kognitive Prozesse vermitteln. Auch diese Veranstaltung bzw. dieses Veranstaltungskonzept wurde anderenorts gerne aufgegriffen.
Einen eher theoretischen Ansatz verfolgte die Tagung "Lässt sich Gott physikalisch beweisen", die gleichzeitig als Akademikertag 2003 der Diözese Hildesheim ausgeschrieben war. Dem Natur- und Technikphilosophen Prof. Dr. Hans Dieter Mutschler aus Frankfurt ging es in seinen Überlegungen zum Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaften weniger um eine ethische Fragestellung, wie sie beispielsweise in der bioethischen Diskussion eine Rolle spielt, sondern vielmehr um eine wissenschaftstheoretische Verhältnisbestimmung von Theologie und Physik.
Dieses Projekt, das an anderer Stelle des Jahresberichts noch ausführlicher beschrieben wird, war mit ca. 80 Teilnehmenden die größte Veranstaltung aus der Reihe KEB zum Thema. Sie richtete sich besonders an pflegende Angehörige sowie ehrenamtlich und professionell in der Pflege Tätige. Neben den medizinischen und pflegerischen Aspekten der Krankheit wurden im Rahmen dieser Tagung insbesondere die sozial- und gesundheitspolitische Dimensionen dieser Krankheit diskutiert.
Dem Spannungsverhältnis sowie den Berührungspunkten von Religion und Medien nachzuspüren, stand im Mittelpunkt dieser Veranstaltung, die als Jahrestagung der KEB in der Diözese Hildesheim im Fernsehstudio h 1 in Hannover stattfand. Der Schriftsteller und evangelische Theologe Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing entfaltete seine These von der gemeinsamen Zielsetzung von Religion und Medien, "das Fernstehenste dem Menschen nahe zu bringen" Ergänzt wurden die theologischen Überlegungen aus der Praxis und der Sicht der Leiterin der Abteilung Infotainment beim Fernsehsender RTL in Köln, Agnes Ostrop. In der anschließenden Diskussion wurde das Spannungsverhältnis von Medientheorie und -praxis durch eine Runde aus MedienmacherInnen, -verantwortlichen, -nutzenden und ErwachsenenbildnerInnen aufgegriffen und Ideen und Perspektiven zum Verhältnis von Religion und Medien diskutiert. Großen Anklang fand bei den Teilnehmenden dieser Veranstaltung, dass die Tagung im Ambiente eines Fernsehstudios stattfand und dadurch die Thematik unmittelbar erfahrbar wurde.
Diese Frage
steht in verschiedenen Bundesländern - so auch in Niedersachsen -
im Mittelpunkt einer Gesetzesdiskussion. Bürger sollen das Recht
bekommen, über Verbleib von Urne und Asche nach ihrem Tode zu bestimmen.
Angehörige
können auf Antrag die Urnen nach der Einäscherung mitnehmen
und z. B. im eigenen Garten beisetzen. Zudem soll es künftig öffentliche
Aschestreufelder oder "Friedwälder" geben. Beim Streit
um die Änderung der Gesetze geht es neben Menschenwürde und
Pietät aber auch um Geld. Wer sparen will wählt Feuer, entscheidet
sich für eine anonyme Grabstelle oder verzichtet auf eine Trauerfeier.
Besteht nicht die Gefahr, dass in Zukunft nur noch die "kostengünstige
Beseitigung der Biomasse Leichnam" geregelt wird? Sind eine angemessene
Totenruhe und eine würdige Trauerarbeit dann noch gewährleistet?
Bietet eine Veränderung der Bestattungsgesetzgebung aber nicht auch
Chancen für eine neue Kultur des Trauerns? Diesen Fragen wurde im
Rahmen einer KEB zum Thema "Veranstaltung mit Politikerinnen, Bestattern,
Seelsorgern" nachgegangen. Mit diesem Thema beteiligte sich die KEB
in der Diözese Hildesheim gleichzeitig an einem mit Bundesmitteln
geförderten Projekt der KBE, in dem Lerninteressierten unterschiedlicher
Bildungsbereiche eine nachfrageorientierte, internetunterstützte
Lernumgebung für ethische Diskurse angeboten wird. Neben klassischen
Präsenzveranstaltungen werden die thematischen Inhalte im Internet
mittels eines Bildungsservers weiterentwickelt und
In dieser Vortragsreihe - ein gemeinsames Projekt zusammen mit der Thomas-Morus-Gesellschaft Hannover - die einmal pro Monat im Kirchenladen [ka:punkt] stattfindet, will die KEB der Frage nach dem Stellenwert von Religion in einer anscheinend postchristlichen Gesellschaft nachgehen. Religion gehört zwar zum Leben des Menschen. Sie gibt Antworten auf "letzte" Sinnfragen, bietet Deutungsmuster individuellen und gesellschaftlichen Lebens und motiviert zu sozialem Handeln. Daraus resultieren mannigfaltige Wechselbeziehungen zwischen Religionen und Gesellschaften und für die europäische Geschichte ist dabei unstrittig, dass das Christentum in seinen vielfältigen Ausformungen und Gestalten, die Gesellschaften, die Staaten und ihre Institutionen, die Grundwerte und auch die politische Kultur nachhaltig geprägt hat. Der Prozess der Säkularisierung ist weit fortgeschritten, wird aber durch die Herausbildung eines immer größeren religiösen Pluralismus begleitet. So ist es etwa Mode geworden, den biblischen Monotheismus für fast jedes Übel in der Welt (Totalitarismus, Gewalt, Intoleranz, moralische Überforderung) verantwortlich zu machen und das Lob des Polytheismus zu singen.
Inhalte und Referenten in der Reihe waren bzw. sind:
10. Fazit: Mit der Reihe "KEB zum Thema" ist es der Katholischen Erwachsenenbildung in der Diözese Hildesheim gelungen, zu verschiedenen Fragestellungen Diskussionsbeiträge in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen und damit erfolgreich vor allem in Hannover wieder ein christliches Gesprächsforum für engagierte und interessierte Bürger/innen zu Themen und Tendenzen aus den Bereichen Religion, Ethik, Kultur und Gesellschaft zu platzieren.
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(20.07.2004) |
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GLOBAL.FAIR:
eine mobile
Erlebnis- und Lernausstellung des VNB zum Thema Welthandel, Fairer Handel
und Globalisierung |
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Ein großer
bunt besprühter Laster mit der Aufschrift "Global.Fair":
hier werden keinesfalls Kaffeebohnen oder Orangen aus fairem Handel verladen
- was hier transportiert wird ist Bildung. "Global.Fair" ist eine mobile Erlebnis- und Lernausstellung zu den Themen Welthandel, Fairer Handel und Globalisierung. Im Inneren des Großraumtrucks können ungefähr zwölf Personen die multimedialen Rauminstallationen auf sich wirken lassen. Mit Hilfe eines 20-Minütigen Hörspiels können sie den Truck begehen und dabei Informationen von einer der sechs Identifikationsfiguren erhalten. Die Besucher verfolgen den Weg der Produkte vom Anbau bis zur Vermarktung und werden an einer Station auf einen afrikanischen Markt, an der nächsten an die Börse und dann wieder in den Supermarkt oder Eine-Welt-Laden geführt. Wie ist die Situation der Bauern? Wer verdient welche Anteile an den Produkten? Was verändert sich, wenn fair gehandelt wird und bestimmte festgesetzte Preise gezahlt werden? Wichtig an
dieser modernen Methode ist, dass die Ausstellung zur Diskussion anregen
soll und eben nicht vorgefertigte Lösungen oder Patentrezepte für
politische Probleme präsentiert. Sehen, Fühlen und Handeln gehören
genauso zum Konzept, wie die harten Fakten, die hier präsentiert
werden. Reinhold Bömer vom VNB, dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V., der das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen initiierte: "Das Besondere an der Ausstellung ist dieser Perspektivenwechsel. Als Besucher versetze ich mich in die Situation eines Kaffeebauern in Honduras, einer Apfelsinenpflückerin in Brasilien oder einer jungen Frau in Ghana. Der Begriff Bildungsarbeit ist angemessen, weil es sich um ergebnisoffene Prozesse handelt: jeder Besucher muss nach der Ausstellung entscheiden, für welche Produkte er sich beim Kauf entscheidet, etc. Das ist also mehr als reine Informationsarbeit. Die Botschaft dahinter lautet "Diese Welt ist veränderbar, es kommt auf dich an!" Für Reinhold Bömer sind diese mobilen Erlebnisausstellungen zukunftsweisende Projekte in der Erwachsenenbildung: "Die Ausstellungen behandeln Zukunftsthemen. Meistens sind es sperrige Themen wie Flüchtlinge und die weltweite Migrationsproblematik, Leben in Nord und Süd (Afrika - Europa), AIDS, usw. Sie wenden sich an die zukünftigen Entscheider, die jungen Leute von heute. Die Arbeitsweise geht ebenfalls zukunftsweisende Wege, weil mit der Zivilgesellschaft in Form von Schulen und Kirchengemeinden kooperiert wird. Außerdem geht es mit so einem "Edutainment-Projekt" darum, neue methodische Wege zu beschreiten, die die Elemente der Eventarbeit nutzen und dabei trotzdem auf dem Boden der Pädagogik bleiben." Nähere Informationen zum Projekt gibt es auch im weltweiten Netz unter www.global-fair.de
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Bilder der Eröffnungsveranstaltung (17.06.2004) |
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| Die Idee: Neue Bildungsorte für Erwachsenenbildung | |||||||||||||||||||||
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In
gemeinsamer Arbeit von Partnern aus Ungarn, Portugal, Estland und Deutschland
wird seit 2002 eine innovative Projektidee für eine bürgerorientierte
Erwachsenenbildung in Landgemeinden erprobt. Dabei sollen Menschen erreicht
werden, die bisher nicht oder nur unzureichend Erwachsenenbildungsangebote
wahrgenommen haben. Das Projekt
wird durch das Programm Sokrates/Grundtvig der Europäischen Union
maßgeblich gefördert. Die Ergebnisse der Projektarbeit werden
laufend auf einer eigenen Internetseite bekannt gegeben und sollen nach
Projektende allen interessierten Einrichtungen in der EU zur Verfügung
stehen.
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| In allen beteiligten vier Ländern besteht dringender Bedarf an bildungspolitischem Engagement, um weitere Benachteiligungen der Menschen im ländlichen Raum zu verhindern. Alle Beteiligten (siehe obige Aufstellung) können dabei jeweils auf unterschiedliche Erfahrungen und unterschiedliche Art der Einbindung zurückgreifen. Wesentlicher Hintergrund für das Projekt sind speziell die Erfahrungen, die die Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen mit ihren eigenen - lokalen - Bildungsstätten und ihrer Projektarbeit für den ländlichen Raum bereits gesammelt hat. | |||||||||||||||||||||
| Die Ausgangslage und erste Aktivitäten in den einzelnen Ländern | |||||||||||||||||||||
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Deutschland: Portugal: Estland: Ungarn: |
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| Projektziele | |||||||||||||||||||||
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Die Projektüberschrift
"Neue Bildungsorte für die Erwachsenenbildung" weist
schon auf die Zielrichtung des Projekts hin: Es wird dort angesetzt, wo
bisher nur unzureichend oder gar nicht Angebote der Erwachsenenbildung
wahrgenommen wurden - in den abseits gelegenen, kleinen Ortschaften im
ländlichen Raum. Hier gibt es bisher keine Bildungsangebote für
Erwachsene, insbesondere nicht solche, die speziell die lokalen und direkten
Bildungsbedürfnise der ländlichen Bevölkerung aufnehmen.
Hieraus resultiert auch die Absicht, alte Dorfschulen zu reaktivieren
und für die lokale Erwachsenenbildung zu nutzen. Der historische
Begriff "Bürgerschule" beinhaltet dabei auch Werte
wie Bürgerengagement und Zukunftsorientierung, wurden doch diese
Einrichtungen oft durch privates Engagement interessierter Bürgergruppen
geschaffen, um für die Kinder in schulfernen Standorten die Bildungschancen
zu optimieren. Im jetzigen Projekt sind nur die "Schüler"
einige Jahre älter.
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| Umsetzung |
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Die Projektidee wird in allen vier beteiligten Ländern in Landgemeinden umgesetzt. Mit den drei Projektstandorten in Ungarn wird auch verstärkt die Möglichkeit eröffnet, die Netzwerkbildung lokaler Einrichtungen zu erproben: deshalb auch drei "Bürgerschulpartner" aus Ungarn. Grundsätzlich wird mit den genannten Zielen dem Memorandum Lebenslanges Lernen' der Europäischen Union aus dem Jahr 2000 entsprochen. Dort wird in der Botschaft Nr. 6 ausführt, dass ein ganzheitliches Lernumfeld, organisiert an lokalen und täglichen Treffpunkten der Menschen als Triebfeder lokaler Erneuerungen dienen kann. |
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Innovative
Aspekte |
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Das Projektvorhaben ist innovativ, weil es bisher keine "Bürgerschulen" mit der genannten Aufgabenstellung in den ländlichen Räumen gibt. Lokale Bildungsansätze, die ganzheitliche Arbeitsweise und der Beitrag zur Ortsentwicklungbilden eine erheblicheErweiterung desWirkungsspektrums. Die Idee der Bürgerschule knüpft dabei an (historisch hergeleitete) Bestrebungen an, dass Bürger selbstorganisierte Bildungsmöglichkeiten einrichten, um für sich und ihre Kinder Partizipationsmöglichkeiten zu verbessern. So wird auch in den neuen Bürgerschulen die Mitbestimmung und das Mittragen des Bildungsangebotes durch die örtliche Gemeinschaft wesentlich sein. Durch das ortsnahe Engagement des Leiters der Bürgerschule wird eine dauerhafte Vertrauensposition geschaffen. So wird die Nähe zum bildungssuchenden Menschen geschaffen. Der Mitarbeiter wird zu einem festen Ansprechpartner in Bezug auf "lokale Zukunftsentwicklung". Die Nutzung neuer Technologie (IKT) erweitert die Möglichkeiten des Bildungszugangs, ohne jedoch die direkte Bindung zur Lokalität des Bildungsortes zu verlieren (lokale Umsetzung des neuen Wissens).
Der pädagogische
Ansatz wird im wesentlichen durch die unmittelbare Projektarbeit geprägt.
So wird der Mitarbeiter vor Ort zum Beispiel parallele formelle (Schulung)
und informelle Bildung anbieten. Das sehr anwendungsorientierte Prinzip
"Learning by doing" wird durchgängig angewandt werden.
So erlaubt der lokale Wirkungsraum und die Dauerhaftigkeit der Tätigkeit
des Mitarbeiters eine Bekanntheit und Vertrautheit bei denMenschen, die
- nach einiger Zeit - bis zur individuellen Weiterbildung- und Beratungsarbeit
gehen kann - eine Herausforderung für Ideen, Kenntnisse und auch
Einfühlungsvermögen des Projektmitarbeiters. Akteure sind somit
alle Menschen in der Landgemeinde. |
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Heinz-Jürgen Ahlers, LEB-Projektkoordinator Kontakt: hj.ahlers@ewetel.net
Obiger Text als Download (PDF)
Fotos: Ahlers
(LEB)
STAND: 05.05.2004
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